Jörg Gebhardt, Universität Konstanz

Klingt brutal und ist es zuweilen auch. Aber im Ganzen hält sich der Termindruck von außen in unserem Fachbereich in Grenzen. Das Ende der Semesterferien ist der von den Lehrenden üblicherweise gesetzte Zeitrahmen – und der ist moderat. Verlängerungen sind je nach Person des Lehrenden möglich, aber zumeist der Todesstoß für eine Hausarbeit. Unter den Lasten und Lüsten des neuen Semesters begraben, verendet das begonnene Werk schmählich – schade um die investierte Arbeit.

Bücherstapel

Der Termin ist also unbedingt einzuhalten und als wirkliche Deadline zu begreifen. Und dies vor allem im Selbstinteresse: Wissenschaftliche Arbeiten neigen von Natur aus dazu, nicht fertiggestellt werden zu wollen. Immer neue Literatur wird entdeckt, die intensive Beschäftigung mit der Materie wirft – im Idealfall – mehr Fragen auf als sie beantwortet. Aus dem Thema der Hausarbeit wird so schnell Stoff für eine Magister- oder Doktorarbeit. Das ist nicht Sinn der Sache. Wissenschaftliches Arbeiten soll erst erlernt werden. Die grundlegende Literatur sollte als solche erkannt und bearbeitet, Problemstellungen komplexer historischer Prozesse so erörtert werden – nicht mehr und nicht weniger. Und dies muss im Zeitrahmen geschehen.

Wenn man arbeiten kann ohne im Baumarkt jobben oder im Pazifik schwimmen zu müssen, ist ein Monat für das Schreiben einer Hausarbeit genügend Zeit. Kann man sich selbst ein solches Zeitlimit setzen, sollte man das unbedingt tun. Bei konzentrierter Beschäftigung mit einem Thema – und nur mit einem Thema – über einen solchen Zeitraum sollte es der Schreibende erschließen können. Nähert sich diese selbstgesetzte oder die ultimative Deadline am Ende des Semesters, ist die Arbeit abzuschließen. Wenn Sie zwei oder drei Hausarbeiten schreiben, dann ist das Zeitlimit von einem Monat ein absolutes Muss. Den Punkt schließlich auch zu setzen, ist eine Kunst, die erlernt werden muss. Schließen Sie die Arbeit ab, auch wenn Sie noch Zweifel haben sollten. Und noch etwas: Schreiben Sie keine Fortsetzungsromane, sondern lieber eine gut recherchierte Kurzgeschichte!

 

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