Jörg Gebhardt, Universität Konstanz

Worum geht es?
Wir sind nicht mehr an der Schule, es geht hier nicht um Eselsohren und Tintenflecken und auch nicht um Rechtschreibung. Es geht um das formal Notwendige einer Hausarbeit.

Wie sieht sie nun aus – die gelungene Hausarbeit?
Auf dem Deckblatt sollte das genaue Thema der Arbeit prangen und darunter der Name des Schreibenden. In einem Eck findet seine genaue Anschrift und Semesterzahl Platz. Ein anderes Eck gibt über den Lehrenden, das spezifische Seminar und das aktuelle Semester Auskunft. Die nächste Seite sollte die genaue Inhaltsangabe sein. Einleitung, alle Kapitel, Schluss, evtl. Anhang und Literaturnachweis sind hier mit Seitenangabe aufgeführt. Die Einleitung folgt und ist von Gewicht. Sie vermittelt den ersten und oft entscheidenden Eindruck von Ihrer Arbeit. Erläutern Sie das historische Umfeld, in dem sich Ihr Thema bewegt und betten Sie es darin ein. Beschreiben Sie die Problemstellungen, die sich Ihnen anhand der Forschungsliteratur zeigen und werten Sie sie. Sagen Sie dann klar, was Sie mit Ihrer Schrift erarbeiten wollen und warum. Versuchen Sie dies in möglichst kurzer Form zu tun. Die Einleitung ist keine ausschweifende Nacherzählung der folgenden Arbeit, sondern Ihre Programmatik. Wenn Prägnanz gefordert ist, dann hier.

So kann es aussehen, das Deckblatt der Hausarbeit.

Sie sollten dann die Benennung und Erörterung des Forschungsstandes als erstes Kapitel folgen lassen. In diesem Kapitel sollten Sie demonstrieren, dass Sie die aktuelle und essentielle Literatur über ein Thema gefunden haben und dass Sie imstande sind, sie einer Wertung zu unterziehen. Die Literatur muss bibliographisch genau nachgewiesen werden! Dafür sind Fußnoten da.

Außerhalb dieses ersten Kapitels kann und sollte der bibliographische Nachweis der Literatur kürzer gehalten werden. Autor, ein Titelwort und die Seitenangabe genügen hier und werden für den Interessierten im Literaturnachweis am Ende der Arbeit zur Vollständigkeit ergänzt.

Welchen Rang haben Zitate?
Pflastern Sie Ihre Arbeit nicht mit Zitaten! Gebrauchen Sie Zitate möglichst nur dann, wenn sie von wirklich essentieller Bedeutung für das Verständnis des spezifischen Themas sind. Das heißt nicht, das besonders typische oder auch bizarre Zitate ganz verbannt werden sollten, aber eine Anekdotensammlung sollte Ihre Arbeit auch nicht werden. Weisen Sie alle Zitate sorgfältig nach und kennzeichnen Sie sie eindeutig. Übernehmen Sie fremde Gedanken, so machen Sie das mit Fußnote oder im Text selbst kenntlich. Denken Sie auch an den Korrigierenden und billigen Sie ihm genügend Raum für seine Anmerkungen am Seitenrand zu.

Und am Ende?
Richten Sie besondere Sorgfalt auf den Schluss Ihrer Arbeit. Greifen Sie die Anfangsfragestellung(en) auf und kommentieren Sie Ihre Antworten und die der Literatur. Der Schluss der Arbeit ist kein Abbruch, sondern der Kreis, der sich hier schließen sollte. Abschließend doch noch einmal zurück zur Schule: Dort haben Sie gelernt, orthographisch richtig zu schreiben. Demonstrieren Sie das bitte in Ihrer Arbeit.

 

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