Jan begibt sich auf Suche in der Bibliothek

Woher sollte er wissen, worüber er schreiben könnte? Gab es doch tausend mögliche Themen, von denen er keine Ahnung hatte. Eine Einstiegslektüre hatte ihm sein Prof genannt (mitsamt der Signatur); mit ihr würde er anfangen. Also rein in die Bibliothek, Eingänge hatte sie ja viele. Etagen, Treppen, hieroglyphenartige Hinweisschilder, ganze, halbe und hängende Ebenen mit in Büchern versunkenen Lesern. Überhaupt die Bücher: so viele hatte er noch nirgends gesehen. Und sie alle bargen Wissen, das er nicht hatte. Seiner circa 17stelligen Signatur nachjagend stieg Jan in den Armen dieses Wissenschaftsbabels herum, bis er mutterseelenallein spätabends auf Ebene 6c hinter tiefgestaffelten Regalwänden von seinem trockenen Hals eingeholt wurde: Nicht einmal die in Konstanz obligatorische Schorleflasche hatte er in diesen Leuchtturm des Wissens mitnehmen dürfen. Unwillig machte er sich auf den Rückweg, doch welche Treppe sollte er nehmen? Mehrere Versuche später registrierte er die ersten Anzeichen der einsetzenden Panik. Eco’sche Visionen begannen ihn zu quälen.

Labyrinth

Endlich öffneten ihm Stahltüren  (entgegen der ihnen üblicherweise in den Geschichtsbüchern zugeschriebenen Symbolik) den rettenden Ausweg:
Rein in den Aufzug,
auf die Symbole gedrückt und vor ihm lag der Ausgang des Wissenslabyrinths in friedlicher Abendstille.

Monitore blinkten, Wissenshighways boten dem Kundigen ihre Dienste an. Jan würde bei der morgigen Führung durch die Bibliothek der erste sein.

 

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