Jan stöbert in der Sekundärliteratur

Jan lag in der Hängematte hinter dem Studentenwohnheim und konzentrierte sich. Kein Gedanke heute an den Kaffee mit der Clique auf der Terrasse vor der Mensa hoch über dem Bodensee; der Segelkurs während des Semesters: gecancelt! Er würde den Stoff für die Hausarbeit schon schaffen. Um ihn herum auf dem Gras stapelten sich die Trophäen seiner Bibliothekssafari – seine Isomatte für die geplanten Wanderungen tat nun gute Dienste. Ein Schatten fiel auf sein Gesicht. “Wenn Du das alles lesen willst, brauchst Du mindestens 7 Monate!” Anusha war gekommen. Meistens ging ihm die Esoterik-Welle seiner Mitbewohnerin auf den Geist, aber für das Buch über das fotographische Gedächtnis hätte er ihr um den Hals fallen können. “Man kann sich eine ganze Seite in wenigen Sekunden merken!”

Bücher

Er packte seine Sachen, und sie gingen zum Freibad ‘Hörnle’ mitsamt dem neuen Buch. Doch Zweifel blieben, besonders an den ‘kognitiv-rezeptiven Kapazitäten’ seines Gedächtnisses. Konnte er sich seiner selbstorganisatorischen und autopoietischen Fähigkeiten wirklich so sicher sein?
Während sein innerer ‘Film’ bei 34 Grad Sonnenbestrahlung allmählich dahinschmolz, wünschte er sich einen klimasicheren Zettelkasten herbei mit greifbaren Notizen, Exzerpten oder so...

 

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