Ankunft

Bahnhof Konstanz

Der Campanile des Bahnhofs, das erste, was er von der Stadt sah, war Programm: Hier war man im Süden. Hier ließ es sich leben und arbeiten... Dazu ein kleines Städtchen, dessen mittelalterlicher Stadtkern glauben machen könnte, die Zeit wäre irgendwann im 15. Jahrhundert stehen geblieben. Und dann der See: glitzerndes Wasser, bewacht von majestätischen Gipfeln und dichten Wäldern. Studieren also, wo andere Urlaub machen.
Tja, gut gewählt: Nicht nur der Freizeitwert von Konstanz war in allen Uni-Rankings gelobt worden, auch die ‘harten’ Leistungen des (postmodernen) Bildungstempels hoch auf dem Gießberg sollten nicht von schlechten Eltern sein. Das war doch was.
Einige kleinere Probleme waren rasch gelöst: ein Zimmer (teuer, aber im Stuttgarter Naherholungsraum eher Durchschnitt); der Unibau, ein architektonisches Verwirrspiel aus antiautoritären Zeiten (lösbar in wenigen Tagen); ein ausgesprochen pluralistisches Angebot von Studiengängen und Studienanforderungen (vorläufig abgehakt nach wenigen Nächten).
Dann ging es los: Vorlesungen, Übungen, Kurse, Seminare. Jan wollte mehr als nur zuhören und nachbeten, denn das kannte er schon aus der Schule (allen Unkenrufen über die Studierfähigkeit heutiger Abiturienten zum Trotz).
Eben eben diese Fähigkeit musste er nun für seinen Geschichtsschein mit einem Referat und einer Hausarbeit unter Beweis stellen.