Hus-Datenbank
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Das "Repertorium fontium Hussiticarum", kurz genannt "Hus-Datenbank", ist das Produkt einer Zusammenarbeit zwischen dem Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Konstanz, Prof. Dr. Alexander Patschovsky, und dem Direktor des Historischen Instituts an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik zu Prag, Prof. Dr. Franti¹ek ©mahel. In das Projekt gingen Gelder eines Max-Planck-Forschungspreises ein, der beiden Gelehrten 1990 verliehen worden war. Das Projekt wurde von 1992 bis 1998 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Die Universität Konstanz hat sich zugunsten von Prof. Patschovsky im Rahmen der Grundausstattung von dessen Lehrstuhl sowie des sog. Drittmittelbelohnungsmodells mit namhaften Beträgen an den Kosten beteiligt. Aufgrund der zwischen Konstanz und Prag bestehenden Arbeitsteilung ist in Konstanz das außerhalb Böhmens handschriftlich lagernde hussitologische Quellenmaterial soweit wie möglich erfaßt und datenbankmäßig aufbereitet worden. Es hat inzwischen eine Gestalt angenommen, die eine Publikation im Internet hilfreich erscheinen läßt. Es sei jedoch nachdrücklich betont, daß das Repertorium noch weit von einem Abschluß entfernt ist. Insbesondere böhmisches Handschriftenmaterial wird der Benutzer zur Zeit nur ausnahmsweise antreffen. An der Vervollverständigung des Materials wird derzeit noch in Konstanz gearbeitet, zu einem späteren Zeitpunkt soll die Federführung dafür an die Prager Akademie übergehen. Ergänzende und korrigierende Hinweise an die im Adressenkopf genannten Anschriften sind willkommen. Sie erscheinen im Augenblick (1998) aber nur bezüglich außerböhmischen Materials sinnvoll.
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| Inhalt der Datenbank | |
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Die Hus-Datenbank umfaßt drei selbständige Einheiten: 1. eine Handschriften-Datenbank
("MSS");
Zu 1: Die Handschriften-Datenbank ("MSS") erfaßt Handschriften, in denen hussitologische Texte überliefert sind. Sie sucht alle kodikologisch und inhaltlich relevanten Daten namhaft zu machen (siehe das Beschreibungsschema Anlage 1). In der Regel wird daher für die einzelne Handschrift über die Hussitica hinaus eine inhaltlich vollständige Texterfassung geboten. Nur in Fällen komplexer Sammelhandschriften mit nur vereinzelten Hussitica werden lediglich die Hussitica detailliert angeführt, während sich die Beschreibung ihres Kontexts auf pauschalisierte Angaben beschränkt. Beschreibungsgrundlage sind im allgemeinen gedruckte Handschriften-Katalogisate, in vielen Fällen (z.B. Basel, Bautzen, Wien) nahmen die Bearbeiter auf die Handschriften aber auch direkt Rekurs. Ungleichmäßigkeit der Katalogangaben führte daher zwangsläufig zu Ungleichmäßigkeit der Datenbank-Beschreibungen. Zu 2: Die Text-Datenbank ("TEXT") soll sämtliche hussitologisch einschlägigen Texte erfassen, die in der Handschriften-Datenbank verzeichnet sind (siehe das Beschreibungsschema Anlage 2). Die Einschlägigkeit ist auf nichturkundliche Texte beschränkt; Ausnahme sind allein die hussitischen Manifeste, die wichtigsten päpstlichen Bullen und Konzilsdekrete sowie Konzilsprotokolle. Als hussitologisch werden für die Zeit vor 1400 nur Werke der traditionell als Vorläufer des Hussitismus geltenden Konrad Waldhauser, Johannes Militsch von Kremsier, Matthias von Janov, Thomas von ©títný und John Wyclif betrachtet; zeitlicher Endpunkt ist die Ära Podiebrad (+1471). Zu 3: Die Bibliographie-Datenbank("BIBL") enthält in bibliographisch vollständiger Form Titel, die in der Handschriften- oder der Text-Datenbank in Kurzform angeführt worden sind. Sie hat also reine Hilfsfunktion gegenüber den beiden anderen Datenbanken. (Das Erfassungsschema bedarf keiner Erläuterung). Mit Doppelkreuzen (##) sind Stellen markiert, wo den Sachbearbeitern (siehe Anlage 3) keine genauen Angaben vorlagen oder Unsicherheiten irgendwelcher Art bestehen.Bei der Rubrik "Ueberlief" in der Text-Datenbank hat das Doppelkreuz z. B. die Funktion, eine noch nicht in der Handschriften-Datenbank erfaßte Überlieferung zu kennzeichnen. Das doppelte Dollarzeichen ($$) markiert in der Handschriften-Datenbank die hussitologischen Texte. Nur diese Texte haben eine Entsprechung in der Text-Datenbank. Die Sprache der Datenbanken folgt in den formalisierten Teilen dem Latein. Verbalisierte Sachangaben sind auf Deutsch.
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| Technische Information | |
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Die Datenbank wird als zip-file (722 kb) zur Verfügung gestellt. Beim Zip-file benötigt man ein entsprechendes Programm, das die Daten "entpacken" kann. Hierfür können pkunzip oder das Shareware-Programm Winzip benutzt werden. Um die Datenbank auf Ihrem Rechner darstellen zu können, benötigen Sie Microsoft Access 97
und Kirillica 97 der Firma Link&Link
das für diese Datenbank entwickelte, kostenlose Suchprogramm HUSpro. Sollten Sie Kirillica nicht besitzen, werden die tschechischen Sonderzeichen nicht korrekt dargestellt und Sie erhalten statt der tschechischen Zeichen nur amerikanische Sonderzeichen. Link&Link bietet derzeit den Download einer Demo-Version an, die sich nur durch das Fehlen von zwei Sonderzeichen auszeichnet. Für die Installation und Benutzung von Kirillica benutzen Sie bitte die Dokumentation von Link&Link.
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| Anlagen | |
Anlage 1: Nomenklatur der Handschriften-Beschreibung
| Bibllocus | Bibliotheksort |
| Biblnomen | Name der Bibliothek (meist abgekürzt) |
| Signatura | heutige Handschriften-Signatur |
| fol. | Blatt-Zahl (bei Blattzählung der Hs.) |
| pag. | Seiten-Zahl (bei Seitenzählung der Hs.) |
| Tempusspec | Zeitstellung der Hs. bei genauer Datierungsmöglichkeit |
| Tempusgen | ungefähre Zeitstellung der Hs. |
| Matscript | Beschreibstoff |
| Formfol | Blatt-Spiegel (in mm) |
| Formspec | Schrift-Spiegel (in mm) |
| col. | Spaltenzahl |
| Lagen | Lagenformel |
| Filigran | Wasserzeichen |
| Coopertura | Einband |
| Scriptor | Schreibervermerke |
| Kolophon | inhaltlich bedeutsame Schlußbemerkungen, die nicht Textbestandteil sind, häufig in syntaktischer Einheit mit Schreibervermerken |
| Manus | Angaben über Zahl und Abgrenzung der Hände |
| Scriptura | Charakterisierung des Schrifttyps |
| Numfol | Angaben über Spuren älterer Zählung (Lagen, Blätter, Seiten) |
| Prov | Herkunftsangaben |
| Vetsign | Angabe älterer Signaturen der Hs. |
| Illumin | Angaben über die Ausschmückung (nur ja/nein) |
| Glossimp | Vorhandensein wichtiger Glossen (nur ja/nein) |
| Initialia | Initialen-Ausschmückung (nur ja/nein) |
| Glosstemp | Zeitstellung der Glossen |
| Glossicnon | Vorhandensein von Glossen (nur Ja/Nein) |
| Catalogi | Katalog-Beschreibungen der Hs. |
| Literatura | Literatur-Hinweise (nur zu Beschreibungen der Hs.) |
| Commentat | Bemerkungen des Sachbearbeiters |
| Nomcoll | Name/Sigle des Sachbearbeiters |
| Context | Inhaltsbeschreibung |
| Nomen | Autor, Hauptnamen |
| Praenomen | Autor, Vornamen |
| Cognomen | Autor, Herkunfts- oder Beinamen |
| Titulus | Bezeichnung des Textes |
| Tit-kurz | Kurzform der Textbezeichnung |
| Tempus | Entstehungszeit des Textes |
| Incprol | Incipit des Prologs |
| Inctext | Incipit des eigentlichen Textes |
| Incthema | Incipit des Themas (nur bei Sermones!) |
| Explicit | Ausgang des Textes (Doxologie evtl. abgekürzt!) |
| Editiones | Textausgaben |
| Repertoria | Findbücher, in denen der Text verzeichnet ist |
| Transl | Übersetzungen des Textes |
| Literatura | Wichtige Literatur zum Text |
| Nomencoll | Name/Sigle des Sachbearbeiters |
| Ueberlief | Handschriftliche Überlieferung des Textes |
| Commentar | Bemerkungen des Sachbearbeiters zum Text |
Alexander Patschovsky (A.P.)
Brigitte Klotz
Franti¹ek Matou¹ (Matou¹)
Karel Hruza (Hruza)
Pavlina Rychterová (P.R.)
Sabine v. Heusinger (Hubenschmid)
Thomas Krzenck